Das Asus Vivo Tab mit Windows RT im Test

Als eines der ersten Windows RT Tablets auf dem Markt führt das Asus Vivo Tab RT das neue Windows-Konzept ein. Da es sich um ein Gerät mit ARM-Prozessor handelt, laufen keine herkömmlichen Desktop-Apps – lediglich die an die neue Oberfläche angepassten Apps aus den Windows Store können installiert werden. Für ein Tablet dürfte das aber kaum ein Problem darstellen, schließlich sind auf Konkurrenzprodukten auch nur für das entsprechende Gerät angepasste Apps aus den entsprechenden Stores verfügbar. Für das Vivo Tab RT gibt es auch ein Keyboard Dock, das es zu einem vollwertigen Convertible macht – zusätzlich zur Tastatur ist dann auch ein Touchpad verfügbar. Ich habe eben diese Kombination getestet.

Hinweis: Das Asus Vivo Tab RT haben alle Student Ambassadors von Microsoft Österreich bekommen. Danke!

Asus Vivo Tab RT mit Tastatur.

Hardware

Auf den ersten Blick fällt sofort das 10,1″ große Display auf. Während die Helligkeit und die Betrachtungswinkel dank des IPS-Panels sehr gut sind, beträgt die Auflösung nur 1366×768 Pixel, was 155dpi entspricht. Wenn man sich die Konkurrenzprodukte ansieht ist das nicht besonders viel. Obwohl ich das Retina Display vom iPad gewohnt bin, hat mich dieses Detail allerdings die meiste Zeit nicht gestört, was wohl unter anderem auch dem überraschend guten Font-Rendering zu verdanken ist. Trotzdem wäre ein Full HD Screen angemessener gewesen, bei Webseiten mit kleinen Schriften tritt die Unschärfe dann doch deutlich hervor. Kleinere Probleme scheint es außerdem mit der automatischen Helligkeitsregelung zu geben, die in dunklen Räumen manchmal recht sprunghafte Änderungen vornimmt. Dieses Detail lässt sich aber wohl durch ein Softwareupdate beheben, was hoffentlich bald geschieht. Beim Glas handelt es sich um kratzfestes “Corning Fit Glass” – was auch immer das bedeuten mag. Es scheint aber kein Gorilla Glass zu sein, sonst hätte man dieses Detail wohl extra hervorgehoben.

Asus Vivo Tab RT von der Seite.

Für genug Rechenpower sorgt der bekannte NVIDIA Tegra 3 Quad Core Chip in Kombination mit 2GB RAM. Dank WLAN b/g/n, Bluetooth 4.0 Wi-Fi Direct und NFC ist für ausreichende Konnektivität gesorgt – ein 3G bzw. 4G Modell ist ebenso verfügbar, mein Modell ist aber Wi-Fi only. Wie bei heutigen Tablets üblich sind zwei Kameras verbaut: die hintere Kamera löst mit 8MP auf, die Frontcamera mit 2MP. Auch die Aufnahme von Videos in 1080p Qualität beherrscht das Vivo Tab RT problemlos. Bei den Sensoren wurde ebenfalls nicht gespart, so ist neben einem Lichtsensor, Beschleunigungsmesser, Gyroskop und E-Kompass auch ein GPS-Modul eingebaut – sogar in der Wi-Fi only Version. Neben der 3,5mm Kopfhörer-Buchse und einem Mikrofon sind zwei Lautsprecher für Stereo-Sound verbaut. Der Klang ist für ein Tablet recht gut, wenn auch selbst in der höchsten Einstellung etwas leise. Ansonsten gibt es einen Micro-HDMI Ausgang und einen Steckplatz für eine Micro SDHC Karte. Als besonders praktisch hat sich der USB-Anschluss an der Tastatur erwiesen, beispielsweise zum einfachen Datenaustausch per USB-Stick. Hat man nur das Tablet, ist mit einem mitgelieferten Adapater dieser USB-Anschluss ebenfalls verfügbar.

Bei einem Tablet ist natürlich auch die Batterielaufzeit wichtig. Hier werden vom Hersteller maximal 9 Stunden angegeben. Ist das Keyboard Dock verbunden, erhöht sich die Zeit auf 16 Stunden. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass bei hoher Displayhelligkeit und normaler Nutzung (keine grafikintensiven Spiele) rund 10% pro Stunde mit angeschlossener Tastatur verbraucht werden. Das entspricht gut 10 Stunden mit einer vollen Akkuladung, was sehr akzeptabel ist. Schraubt man die Helligkeit entsprechend runter, lässt sich hier auch noch einiges herausholen.

Asus Vivo Tab RT: Hinteransicht.

Software

Wie oben schon erwähnt läuft das Tablet mit Windows RT – die Variante bei der es nicht möglich ist altbekannte Desktop-Programme auszuführen. Ein großer Vorteil von RT ist das inkludierte Office Paket bestehend aus Word, Excel, Powerpoint und OneNote. In Kombination mit dem Keyboard Dock hat man hier auf jeden Fall viele Möglichkeiten seine Arbeiten zu erledigen. Ansonsten verbringt man die meiste Zeit in den neuen Windows 8 Apps. Der Start Screen besteht aus Kacheln, die je nach Wunsch und Verfügbarkeit auch aktuelle und relevante Kurzinfos anzeigen. So sieht man auf einen Blick die neuen Mails, Facebook-Benachrichtigungen, Twitter-Mentions etc. Für mich ist das eines der praktischsten neuen Features von Windows 8, denn für einen kurzen Überblick brauche ich die einzelnen Apps nicht mehr öffnen. Man hat außerdem die Möglichkeit die Kacheln zu gruppieren, womit man Stuktur in die Apps bringen kann. Der neue Start-Screen ist für mich der perfekte Launcher, einfach, modern, minimalistisch, schick, trotzdem funktional. Einziger Kritikpunkt: Obwohl es Live-Tiles gibt, die einem Neuigkeiten anzeigen, fehlt mir eine Liste aller Benachrichtigungen. Hat man eine Live-Tile deaktiviert, verschwinden Benachrichtigungen nach der kurzen Anzeige rechts oben im Nirvana. Hier sollte Microsoft definitiv noch nachbessern.

Der Windows 8 Startscreen.Leider gibt es beim Gerät noch einige Bugs, die teilweise sehr nervig sein können. So kann es beim Ab- bzw. Andocken der Tastatur durchaus vorkommen, dass man einen Bluescreen zu sehen bekommt. Manchmal hat das Tablet die angeschlossene Tastatur auch nicht mehr erkannt, was nur durch erneutes Ab- und Andocken behoben werden konnte. Auch während des normalen Betriebs hatte ich schon einige Bluescreens. Dass ein System abstürzen kann ist nicht ungewöhnlich, das passiert auch bei Konkurrenzprodukten – derzeit kommt das beim Asus Vivo Tab RT aber verhältnismäßig zu oft vor, hier sollte definitiv mit Softwareupdates nachgebessert werden. Während die Oberfläche prinzipiell recht gut auf Eingaben reagiert, kann es je nach App zu deutlichen Rucklern kommen – das kommt allerdings auch bei anderen Tablets vor und hat sich nicht als großer Störfaktor erwiesen.

Fazit

Ein sehr praktisches Gerät, vor allem in Kombination mit der Tastatur, wodurch es zu einem (fast) vollwertigen Netbook wird. Die minimalistische Windows 8 Oberfläche ist sehr schick – es ist immer wieder eine Freude das Gerät zu benutzen. Die Bugs sind allerdings doch noch etwas störend. Werden diese behoben, ist das Tablet aber eine solide Wahl. Eine weitere Meinung zum Asus Vivo Tab RT kann man sich bei der AmbassadorBase einholen. Fabian gibt dort außerdem Tipps, welche Apps man nach dem Auspacken unbedingt installieren sollte.

 

 
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