Review: Shaking The Habitual von The Knife

Vor einigen Tagen haben The Knife ihr neues Album “Shaking The Habitual” veröffentlicht. Zum Vorgänger “Silent Shout” lassen sich nicht mehr viele Ähnlichkeiten erkennen, allerdings erinnern manche Lieder stark an die Electro-Oper “Tomorrow, In A Year”. Die für The Knife typischen Stimmenverzerrungen sind – so gesungen wird – auch auf dem neuen Album zu hören. Die Geschwister Karin und Olof gehen mit den Tracks teilweise sehr ins Experimentelle, was für manche wohl eher abschreckend wirken dürfte. “Shaking The Habitual” ist jedenfalls keine leichte Kost und bedarf bei manchem Song einige Zeit bzw. mehrmaliges Anhören, bis man die ungewohnten Klänge zu schätzen weiß.

Vielschichtig, komplex, durchdacht

So könnte man das neue Album beschreiben, das mit “A Tooth For An Eye” startet – zwar mit wenig Bass, dafür aber mit vielschichtiger Hintergrundmelodie. Das schnellere und sehr tanzbare “Full Of Fire” kommt mit mehr Bass und einer Vielzahl an unterschiedlichen Melodien. Mein absoluter Favorit auf “Shaking The Habitual” ist “Without You My Life Would Be Boring”, das einerseits vom Gesang an “The Captain” erinnert, andererseits auch an “We Share Our Mother’s Health” denken lässt. Die Trommeln und Flöten im Hintergrund geben dem Song einen ganz besonderen Charme. Etwas unheimlich anmutend ist das kurze “Crake”, das nur aus verzerrten Geräuschen besteht, aber gerade das macht das Lied auf eine seltsame Art mitreißend. Das 19 Minuten lange “Old Dreams Waiting To Be Realized” erinnert stark an “Tomorrow, In A Year” – anfangs sehr ruhig, entwickelt es sich langsam zu einer komplexen Geräuschkulisse. “Networking” animiert mit dem schnellen Beat zum Tanzen und erinnert stellenweise an “Full Of Fire” vom selben Album. Am ehesten massentauglich auf “Shaking The Habitual” dürfte “Stay Out Here” sein, wo Shannon Funchess gesanglich mitwirkt. Als Kontrast folgt das aus Geräuschen und Stimmen zusammengesetzte “Fracking Fluid Injection”, das beim ersten Hören etwas verstörend wirken mag, durch seine komplexe Stuktur aber trotzdem überzeugen kann. Zurück in bekömmlichere Klangsphären führt abschließend das langsame, stellenweise etwas monotone “Ready To Lose”.

 

Das Album auf Spotify:

Alternativ ist das Album auch auf Xbox Music verfügbar.

 

 
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