Toshiba Encore: 8″ Windows Tablet mit Desktop-Funktionalität im Test

Immer öfter sieht man Menschen mit Tablets – in Cafés, in der U-Bahn, im Park. Am verbreitetsten sind dabei wohl iPads, gefolgt von diversen Android Tablets. Menschen mit Windows Tablets, wie beispielsweise dem Surface von Microsoft, sieht man derzeit eher selten. Dabei haben diese einige Vorteile – vor allem wenn auf ihnen ein vollwertiges Windows läuft, wie es beim Toshiba Encore der Fall ist. Das 8″ Tablet mit Windows 8.1 ist vielseitig, aber trotzdem recht kompakt und hat eine gute Akkulaufzeit. Nachteilig ist das Display mit niedriger Auflösung und die etwas billig wirkende Verarbeitung. Mehr Details im ausführlichen Test.

Das Toshiba Encore wurde mir einige Zeit zum Testen zur Verfügung gestellt. Danke!

Toshiba Encore, liegend.

Hardware

Verarbeitung

Das Toshiba Encore Tablet wiegt 455 Gramm und ist 213×135.9×10.68mm groß – im Vergleich zu anderen Tablets also recht hoch. Dank der genoppten Plastikhinterseite liegt es zwar gut in der Hand, fühlt sich aber etwas billig an. Das Glas an der Vorderseite ist laut Hersteller gehärtet. Die Buttons auf der rechten Seite könnten einen besseren Druckpunkt haben, sie sind teilweise recht schwer zu bedienen. Positiv finde ich, dass sich die Windows-Taste bei Hochformat unten befindet, denn so wird man das Tablet die meiste Zeit halten. Insgesamt ist die Verarbeitung für diese Preisklasse OK, aber nicht herausragend. Auch das Design wirkt langweilig bzw. lieblos und kann mich deshalb nicht überzeugen.

Toshiba Encore.

Display

Definitiv gespart hat man beim Display des Toshiba Encore, das bei 8″ mit nur 1280×800 Pixel auflöst, was 188dpi entspricht. Bei normalem Betrachtungsabstand kann man einzelne Pixel deutlich erkennen, was nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Der Blickwinkel ist groß und es gibt keine Farbabweichungen. Auch die maximale Helligkeit ist sehr gut – allerdings spiegelt das Display recht stark, weshalb die Benützung bei Sonnenschein trotzdem nicht optimal ist. Bei hellen Flächen sieht man bei genauem Hinsehen außerdem das Touchscreen-Sensor-Raster.

Sonstiges

Für Rechenpower sorgt ein Intel Atom Quad Core Prozessor mit 1.8Ghz. Von den verbauten 2GB RAM war in meinem Test nach einem frischem Start des Tablets bereits die Hälfte belegt, sodass effektiv noch rund 1GB für Desktop-Programme und Apps verfügbar sind. Das Toshiba Encore wird in zwei Versionen mit 32GB bzw. 64GB SSD angeboten. Bei meinem 32GB Modell waren nach Installation einiger Metro-Apps nur noch 9GB frei – Windows 8.1 belegt anscheinend sehr viel Speicherplatz. Zur Verbindung mit der Außenwelt stehen WLAN a/b/g/n und Bluetooth 4.0 + LE zur Verfügung. Ein GPS-Modul ist neben einem Accelerometer und Gyrometer ebenfalls verbaut. Der Akku hält für ein vollwertiges Windows-System überraschend lange, ein normaler Arbeitstag sollte auf jeden Fall drin sein.

Wer mit dem Tablet Fotos machen will, kann dies mit der 8MP Rückkamera oder der 2MP Frontkamera tun. Um externe Geräte anzuschließen ist außerdem ein microUSB-Anschluss verbaut, der gleichzeitig zum Aufladen mittels mitgeliefertem Netzadapter dient. Der interne Speicher kann mit microSD Karten erweitert werden, auch Displays lassen sich über den microHDMI Port anschließen. Die eingebauten Stereo-Lautsprecher sind sehr laut, aber naturgemäß fehlt ihnen der Bass – das ist allerdings auch bei Konkurrenzprodukten so. Störend sind hingegen die schlecht wiedergegebenen Höhen, die fast ein wenig kratzig sind. Insgesamt verzerren die Lautsprecher den Klang recht stark bei höheren Lautstärken.

Toshiba Encore.

Software

Auf dem Toshiba Encore ist ein vollwertiges Windows 8.1 installiert – neben Metro-Apps lassen sich deshalb auch Desktop-Programme problemlos nutzen. So sind Spotify und Microsoft Office Home & Student bereits vorinstalliert, letzteres muss allerdings noch mit dem beiligenden Product Key aktiviert werden. Störend ist allerdings der ebenfalls mitgelieferte McAfee Virenscanner, der das Tablet im Auslieferungszustand träge macht. Nebenbei ist dieser auch sinnlos, da Windows mit dem Windows Defender bereits eine Anti-Virus-Software mitliefert. Dass selbst bei einem Tablet zuerst Bloatware entfernt werden muss ist sehr ärgerlich!

Insgesamt sind Desktop-Programme nicht unbedingt zu empfehlen, da es sehr schwierig sein kann diese mit Toucheingaben zu bedienen – wer solche Apps öfter verwendet kann aber eine Bluetooth-Maus verbinden. Metro-Apps, die für Touchscreens optimiert sind, können über den Windows Store heruntergeladen bzw. gekauft werden. Mittlerweile gibt es zwar beispielsweise Facebook und Twitter Apps, allerdings ist das Angebot insgesamt noch eher gering. Die Performance des Tablets war im Allgemeinen sehr gut, auch wenn die Benutzeroberfläche bei mehreren geöffneten Programmen durchaus ruckeln kann.

Fazit

Der Vielseitigkeit durch eine vollwertige Windows Version stehen Nachteile wie das niedrigauflösende Display gegenüber. Auch sind Konkurrenzprodukte oft kompakter und leichter (allerdings haben diese auch kein vollwertiges Desktop-Betriebssystem). Bei einem Preis von derzeit rund 280€ für die 32GB Version muss sorgfältig abgewogen werden, ob man die ohne Maus eher schlecht bedienbaren Desktop-Features benötigt – schließlich ist beispielsweise das 32GB Nexus 7 Tablet mit Android, besserem Display und größerer Appauswahl schon ab 260€ zu haben.

 

 
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